"Willst Du die Welt verändern, dann verändere Dich!"

nach Laotse

 

Zero Waste taucht seit einiger Zeit immer häufiger in den Medien auf. Doch was verbirgt sich dahinter? Und was habe ich damit zu tun? Die wichtigsten Fragen möchte ich hier beantworten.


Wie bist Du denn zu Zero Waste gekommen?

Ich war schon immer umweltbewusst. Aber als ich mein erstes Kind bekam, fing ich an, viele Dinge neu zu hinterfragen. Im Herbst 2014 habe ich dann einen Artikel über Plastikmüll im Pazifik gelesen. Darin wurde auf Bea Johnson und deren Internetseite hingewiesen. Sie gilt unter den Zero-Wastern als die Begründerin der Bewegung. So bin ich auf die Thematik aufmerksam geworden und sie hat mich nicht mehr losgelassen. "Das kann ich auch", dachte ich mir und habe das Jahr 2015 als Projektjahr für mich festgelegt.


Was ist Zero Waste überhaupt?

Das engliche Wort waste bedeutet nicht nur "Müll", sondern auch Verschwendung. Und so bedeutet Zero Waste eben nicht nur "Null Müll", sondern auch "Null Verschwendung". Natürlich ist es nicht möglich, absolut keinen Müll zu produzieren. Daher ist Zero Waste eher als Ansporn zu verstehen, eine Utopie, der man in der Realität so nahe wie möglich zu kommen versucht. Das Ziel bei Zero Waste ist es also, so wenig Müll wie möglich zu produzieren und so wenige Ressourcen wie möglich zu verschwenden.
Zero Waste, wie es heute verstanden wird, basiert auf sechs Regeln, die sogenannten sechs Rs:
refuse, reduce, reuse, repair, recycle, rot
Übersetzt bedeutet das:
vermeiden, reduzieren, wiederverwenden, reparieren, recyceln, kompostieren

Wichtig ist es, diese Reihenfolge einzuhalten. Wer Müll vermeidet, der muss auch keinen mehr reduzieren, nicht überlegen, wie etwas weiterverwendet wird, nichts daran reparieren etc. Wie man sieht, ist das Recyceln ziemlich weit hinten angesiedelt und fällt somit als Allheilmittel für unseren wahnsinnig hohen Konsum aus. Im Kompost landet dann nach Möglichkeit alles, was im Haushalt noch anfällt, da eigentlich nichts mehr verpackt sein sollte.


Hat Zero Waste nicht unglaublich viel mit Verzicht zu tun?

Das "Zero" lässt dies zunächst einmal vermuten. Aber jeder, der einmal damit angefangen hat, kann das Gegenteil berichten. Für viele stellt es sogar eine Bereicherung dar. Denn, wer anfängt auf Überflüssiges zu verzichten, und somit nicht mehr so viel zur Verschwendung beiträgt, stellt fest, dass das Überflüssige eigentlich nie gefehlt hat. Und wer Müll vermeidet, merkt, dass dies vor allem eine Kopfsache ist. Entweder denke ich z. B. vor dem Einkauf an die Verpackung und nehme sie einfach mit oder ich muss mich hinterher darum kümmern und sie loswerden.


Wie hast Du denn damit angefangen?

Am liebsten hätte ich natürlich alles sofort auf den Kopf gestellt und von heute auf morgen auf einen müllfreien Haushalt umgestellt. Aber es soll ja Spass machen und nicht stressen. Also habe ich Schritt für Schritt unseren Haushalt durchforstet. Zuerst die Küche, dann das Bad, dann die Haushaltsreinigung, dann den Kleiderschrank...

Dinge, die wir nicht mehr wollten oder benötigten habe ich verschenkt, Kaputtes repariert. Neuanschaffungen, die gesünder und langlebiger sind wurden gut recherchiert, bevor ich sie angeschafft habe. Vieles kam dann second hand zu uns, was natürlich die beste Zero Waste Anschaffungsmethode ist, da keine neuen Recourcen verschwendet werden müssen. Und Wegwerfprodukte wurden gegen wiederverwendbare ausgetauscht. Und dann habe ich natürlich viel experimentiert. Waschmittel selber gemacht, ebenso wie Deo, Zahnputzpulver, Spülmittel, Lippenpflege und vieles mehr.


Kann jeder Zero Waste leben?

Aber sicher! Ich bin sogar davon überzeugt, dass Zero Waste zu leben zukünftig wieder das normale Konsumverhalten darstellen wird. Auch wenn es heute noch übehaupt nicht danach aussieht. Die heutige Wegwerfmentalität ist eigentlich noch nicht sehr alt. Viele ältere Menschen kennen ein sparsameres Wirtschaften und einen müllfreien Einkauf noch von früher.

Das Tolle an der Sache ist ja, dass sich jeder selbst seine Messlatte so hoch legen kann, wie er es möchte. Für den einen ist Zero Waste bereits erfolgreich, wenn er Coffee to go ab jetzt nur noch in den mitgebrachten Mehrwegbecher füllen lässt. Und ein anderer ist vielleicht erst zufrieden, wenn der Restmüll eines Jahres in ein Einmachglas passt.

Wer es mit Zero Waste versuchen möchte, braucht also nur anzufangen. Und wer Unterstützung dabei möchte, kann gerne bei meinen Angeboten nachsehen.